Down South

Text: M. Mager (Präsident des Surfclubs Sylt)
„Wow, für Dienstagabend waren 3.6 m mit Hack aus NW und 8er Böen angesagt! Der Fokus meiner Hoffnung lag natürlich vor meiner Haustür und als ich so um kurz vor sieben Uhr gemütlich einen Spotcheck machte (mit Mütze und dickem Pulli mitten im Sommer!?!) und über die Kante kam, dachte ich nur „Oh shit!“ Fett, durcheinander und Strömung satt!!! Normalerweise schreckt mich das ja nicht, aber irgendwie… da kam mir die zündende Idee wie Wicki nasereibend aufm Drachenschiff: Da gibts doch weit entfernt im Outback so ein kleines Dorf, wo am Strand die Welle manchmal um so ne Ecke bricht! Das Problem bei der Sache ist, dass es heißt, dort gebe es reifenaufstechende Locals die mit allen Gegenständen auf Fremde werfen, die gerade greifbar sind: Boards, Tetrapoden, ne Winch, Kites usw. Hinzu kommt, dass der Weg kaum auszumachen ist, weil er so schmal ist. Naja, trotzdem bin ich mutig stundenlang gefahren und hab nach vielen Verästelungen der Straße auch endlich den Spot gefunden. Ich glaube, die Straßenführungen wurden von einem einheimischen Surfer extra so angelegt. Ich mit meinem Bus so geparkt, dass hoffentlich keiner auf ihn aufmerksam wurde und ab an Beach gerannt (Hatte ich einen Ersatzreifen dabei, falls son Einheimischer mit dem Messer spielen wollte?). Am Strand blieb mir die Zunge unter dem Gaumen kleben denn ich sah eine Rechte, die (mit wenigen Sections) teilweise hundert Meter und mehr in die Bucht reinfeuerte. Auf dem Wasser waren zwei der gefürchtetsten Locals der Insel, nämlich die Kossowski-Brüder, dann die beknackten „immerundüberallimwasser“ Schmidt-Brothers, Piwi, der immer sagte: „Erzähl nix!“ und noch ein paar nett aussehende, die ich nur vom sehen kannte. Am Strand stand „Lord Vader Kossowski“ persönlich mit Kamera im Sandstrahl der acht Windstärken mit nackten Beinen. (Die sind echt so hart hier!). Ich mich also umgedreht, zurückgerannt (puh, Reifen nicht platt!!!) umgezogen und reingesprungen…. Die erste Frage von Lars Kossowski: „Na, hast dich verfahren???“, ich „Äh, ja äh, ich kenn doch die Himmelsrichtungen nicht!“ und dachte: „Bitte lasst meine Reifen heil“. Dann kam Jan grinsend angepaddelt und da war klar, ich darf ne Wellen haben! Yeaaah und das war wirklich ne Ansage…trotz Hack und Kabbel liefen die Wellen zwar nur zwei Meter hoch aber dafür bis zu 300 m lang, wenn man die Sections schaffte. Angelo mit zwei Kumpels kam auch noch in Bach gesprungen und wir scorten bis es dunkel wurde. Was für ne geile Session. Da ich versprochen habe nicht zu verraten, wo der Spot liegt, aber von den Kossowskis aufgefordert wurde, was über die Session zu schreiben (sonst machen die mich platt) werde ich nichts mehr sagen, außer, dass der Weg nach Hause lang und beschwerlich war….“

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